Alles zu seiner Zeit… auch Brauchtumspflege: Der Sinn der Jahreszeiten

Viele Menschen erfreuen sich alljährlich am Fastelovend. Nur die Wartezeit zur nächsten Session ist leider immer so lange. Was scheint naheliegender, als auch im Sommer Karneval zu feiern?

Die Große Kölner und das Festkomitee Kölner Karneval vertreten hierzu einheitlich folgende Meinung:
Karneval ja, aber nur in der Session, die wichtigste Regel lautet: Am Aschermittwoch ist alles vorbei!
Markus Ritterbach, Ehrenpräsident des Festkomitees, hat dies in einer seiner letzten offiziellen Reden während seiner Amtszeit als Präsident des Festkomitees sogar mit noch deutlicheren Worten ausgedrückt und hierzu tosenden Applaus der anwesenden Präsidenten und Vorsitzenden der anderen Karnevalsgesellschaften erhalten.

Alles hat seine Zeit: Weihnachten, Ostern, Geburtstage und eben auch der Karneval. Hält man sich nicht an den „Kalender“, der die kirchlichen und karnevalistischen Feste in einer sinnigen Ordnung sortiert hat, entwertet man jedes Fest und auch der Zauber des „Besonderen“ ist dahin…

Wer immer Karneval feiert, für den ist dieses Fest nichts Besonderes mehr. Ohne Vorfreude, ohne Wartezeit, ohne die „richtige Jahreszeit“ gibt es keinen „Karneval“. Der vermeintliche „Sommerkarneval“ ist nichts Anderes, als würde man Weihnachten im Sommer mit Palme statt mit Christbaum feiern.

Es spricht nichts gegen kölsche Lieder im Sommer, es spricht auch nichts dagegen, den „Geist“ des kölschen Frohsinns das ganze Jahr über im Herzen und auch nach außen zu tragen.

Aber liebe Freunde, lassen wir uns gemeinsam daran arbeiten, dass der Karneval etwas Besonderes ist und bleibt und feiern wir ihn deswegen alle gemeinsam nur zu seiner Zeit, dafür dann gerne umso intensiver!