am 10. Oktober 2006 in Kolumne

Was macht eigentlich der Redakteur?
Kolumne Hier stellen regelmäßig wechselnd aktive Mitglieder Ihre Aufgabe vor.

44_foto.jpgDas Karnevalsmagazin beinhaltet eine Fülle von Teamarbeit. Dies muss koordiniert werden und in einen geregelten Ablauf gelenkt werden. Hierin sehe ich in erster Linie meine Aufgabe, d.h. im Bereich Organisation und Koordination. Wichtig für das Magazin ist, dass es interessant gestaltet ist und es dem Leser Freude macht darin zu blättern und die Geschichten zu lesen.

Das Magazin erscheint in einer Auflage von ca. 4.000 Stück und wird an unsere Sitzungsbesucher kostenlos verteilt. Daher darf es keine Personalityshow für Mitglieder sein, wie sich so manch andere „Liederhefte“ in Köln präsentieren, sondern es muss ein breites Angebot von interessanten Beiträgen bieten.

Unser Magazin zeichnet sich eben dadurch aus und hebt sich von anderen Liederheften ab, dass eine Reihe von prominenten und in der Sache kompetenten Gastautoren mithelfen Inhalte zu bieten, die über Internas aus der Karnevalsgesellschaft hinaus gehen.

Diese Gastautoren müssen gefunden und motiviert werden ohne Honorar für uns tätig zu werden. Jeder der die guten Kontakte hat steht mir dabei hilfreich zur Seite, wie z.B. Joachim Wüst und Angela Kanya-Stausberg. So erhalten wir interessante Geschichten und Geschichtchen in kölscher Mundart und Beiträge zur Historie und Tradition der Kölner Heimat und des Kölner Karnevals.

Hinzu kommt, dass ich Freunde aus der Gesellschaft anspreche Beiträge zu schreiben und zu berichten.

So dürfen natürlich unsere Teilgesellschaften nicht fehlen oder zu kurz kommen:

Das Närrische Consulat, das Reiterkorps, die Landsknechte, die Domstädter der Senat uns last but not least die Lingen-Brothers, die sich nun bereits in einer sehr langen Tradition vor Jahren spontan gebildet haben und von Heinz-Helmut Simon unserem langjährigen Präsidenten in der Bastei aus der Taufe gehoben wurden.

Dabei stelle ich immer wieder fest, dass hier verborgene Talente schlummern, die geweckt werden wollen.

Bevor dieses Amt in meine Hände überging hat Ernst Beck sehr erfolgreich das „Liederheft“ gestaltet, damals noch mit Titelseite und Collagen von dem bekannten Kölner Karikaturisten Alex Küssauer.

Die große Veränderung und Neugestaltung erfolgte mit Silvia Merk, die sehr kompetent und mit vielen neuen Ideen gestalterisch das neue Magazin in die heutige Linie gebracht hat. Diese Arbeit war ihr besonders ans Herz gewachsen und so ist sie neben ihrer vielseitigen Aufgaben für das Festkomitee und für den Bund Deutscher Karneval noch heute weiterhin sehr engagiert für unser Magazin tätig mit tollen Beiträgen.

Meine Arbeit beginnt praktisch jeweils im Sommer. Ein Ablaufplan wird erstellt mit Timing und Aufgabenverteilung. Alle Beteiligten werden persönlich angeschrieben und gebeten sich entsprechend einzubinden.

Mit der Grafik, Michael Riedel und dem Drucker Uli Diefenbach werden die Endtermine vereinbart.

Danach heißt es für mich alle Rückläufe zu kontrollieren und den Ablauf in Gang zu halten. Hierzu sind nicht wenige Telefonate notwendig.

Ursula Meyers bringt jeden Text der erscheint in Wochenendarbeit auf Datenträger und Agnes Stielow liest und korrigiert alle Texte vor dem ersten Andruck und vor der entscheidenden Drucklegung.

Das heißt also im Klartext dass die beiden Damen und auch ich vor Erscheinen des Magazins alle, aber auch wirklich alle Texte des Magazins mehrfach gelesen haben.

Da das Magazin früher Liederheft genannt wurde, ist es natürlich auch hier Tradition Liedertexte abzudrucken, Evergreens und neue Sessionslieder, hierfür trägt auch Agnes Stielow Sorge.

Uschi Beul, die Grafikerin von der Agentur Xpertise gestaltet liebevoll alle Texte und komponiert die Fotos dazu. Über PDF Dateien stimmen wir uns bei Bedarf ab.

Kölner Fotoateliers, Eddi Burow und ich tragen einen sehr umfangreichen Bilderschatz zusammen, woraus dann die Auswahl für das Magazin getroffen wird. Aus meiner Arbeit kann ich berichten, dass ich etwa 1.000 Fotos in der Session aufnehme. Hinzu kommen natürlich noch Bilder der Gastautoren, die nicht selten aus Kölner Archiven und Museen entliehen werden.

Teilweise muss ich hierfür Genehmigungen einholen und versuchen diese ohne Honorar zu erhalten.

Manfred Stielow kümmert sich um die Inserate, in der heutigen Zeit sicherlich eine sehr schwierige Aufgabe, denn die Unternehmen haben aus Kostengründen ihre Werbeetats oftmals zusammengestrichen.

Hierüber wird das Karnevalsmagazin finanziert.

Trotzdem darf das Magazin kein „Anzeigenfriedhof“ werden, daher ist die Platzierung von redaktionellen Beiträgen und Werbung eine Frage der Ausgewogenheit.

Dies alles zu organisieren ist die Arbeit des Chefredakteurs, der jedoch seine Aufgabe nur erfüllen kann, wenn ihm motivierte Mitarbeiter zur Seite stehen um das Ziel zu erreichen.

Also, das Karnevalsmagazin ist keine „One man show“, sondern ein klassisches Teamwork!

 

Günther Bauer
Chefredakteur Karnevals-Magazin „Jecke Zeiten“

 

 

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